Mitarbeiermotivation: Praktische Tipps für Führungskräfte

Mitarbeitermotivation

Unternehmen und Organisationen mit einer überdurchschnittlichen Mitarbeitermotivation sind produktiv, rentabel und zukunftssicher. Sie sind beliebte Arbeitgeber und bieten interessante Aufgaben und berufliche Zukunftsperspektiven. 

Umgekehrt ist es bei Unternehmen mit niedriger Mitarbeitermotivation; fast alle haben ein Personalkostenproblem. Sie müssen Kosten „sparen“, und das steigert den Leistungsdruck und vergiftet das Arbeitsklima. Die Folge ist eine Unternehmenskultur, in der niemand - vor allem keine Leistungsträger - arbeiten wollen.

Eine weitere Folge davon ist, dass die „besten“ Mitarbeiter das Unternehmen oder die Organisation verlassen, was wiederum den Leistungsdruck erhöht und das Betriebsklima verschlechtert. So entsteht eine Abwärtsspirale bis zum „bitteren Ende“. Was kann man tun?

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Mitarbeitermotivation

In fast allen Lehrbüchern findet man die Motivationspyramide von Maslow. Was dabei meistens nicht gesagt wird, dass diese Theorie sich bei einer empirischen Prüfung als „falsch“ (Fachbegriff: nicht valide und nicht reliabel) herausgestellt hat. Das gilt übrigens auch für viele andere populäre Theorien wie zum Beispiel die von Herzberg oder Sprenger.

Mit anderen Worten: Diese Theorien bringen keinen Nutzen, wenn man die Mitarbeitermotivation in der Praxis steigern will. Sie haben eine „Qualität“, die man am besten mit den Sternzeichen vergleichen kann. Ausführliche Informationen zu diesem Thema und zu den neuesten Erkenntnissen zur Mitarbeitermotivation finden Sie auf der Seite
Motivation – Sich selbst und Andere wirksam motivieren“.

Man kann an das Thema auch anders herangehen, also nicht von der Theorie, sondern von der Praxis her. So entdeckt man die im Alltag praktizierten Methoden der Mitarbeitermotivation. 

Pragmatische Regeln der Mitarbeitermotivation für Führungskräfte

Die nachfolgend aufgelisteten pragmatischen Regeln der Motivation stammen nicht aus Lehrbüchern oder dem Internet, sondern aus Befragungen von Praktikern. Eine Studie des Instituts für Mangement-Innovation hat in den letzten zehn Jahren mehr als 20.000 Fach- und Führungskräfte zum Thema Mitarbeitermotivation befragt. Die folgende Liste enthält die häufigsten Aussagen erfahrener Führungskräfte:

Wertschätzung und Verantwortung

  • Alle Mitarbeiter mit Wertschätzung und Respekt behandeln (und Kritik auf die sachlichen Ergebnisse fokussieren)
  • Klare, realistische Ziele vereinbaren und ehrliche Rückmeldung über die Umsetzung geben
  • Mitarbeiter ausreichend informieren und an Entscheidungen beteiligen
  • Offen sagen, was entschieden ist und wo eine Beteiligung nicht erwünscht ist
  • Verantwortung so oft wie möglich delegieren
  • Handlungsspielraum der Mitarbeiter so weit wie möglich erweitern

Förderung

  • Das Wissen und die Erfahrungen der Mitarbeiter nutzen
  • Verantwortung und Befugnisse in Einklang bringen
  • Für die Förderung persönlicher Stärken sorgen
  • Mit Lob und Anerkennung nicht übertreiben
  • Bei Fehlern zukunfts- und lösungsorientiert denken (statt nach „Schuldigen“ zu suchen oder Vorwürfe zu machen)  

Kommunikation

  • Zusagen immer einhalten und begründen, wenn es nicht möglich ist
  • Auch bei kritischen Entscheidungen (z. B. Abmahnung, Entlassung) Gesichtsverlust der Betroffenen vermeiden
  • Werte leben: Ehrlichkeit, Fairness, Toleranz, Zuverlässigkeit, Gerechtigkeit, Vertrauen (gilt genauso für firmenspezifische Werte)
  • Eigene Fehler und Schwächen eingestehen und zugleich die daraus gezogenen Konsequenzen verdeutlichen

Perspektiven und Grenzen

  • Zivilcourage (Mut) zeigen, insbesondere „nach oben“
  • Erfolgserlebnisse durch besondere Aufgaben ermöglichen
  • Persönliche Perspektiven, aber auch Grenzen aufzeigen
  • Transparente und nachvollziehbare Kriterien für Steigerungen des Einkommens und für Aufstiegsmöglichkeiten etablieren
  • Selbstkontrolle und Eigenverantwortung fördern
  • Kontrolle als Unterstützung praktizieren.